Gerd Grochowski  Bass-Bariton

Gerd Grochowski gehört zu den erfolgreichsten Sängern des dramatischen Bass-Bariton-Fachs. Nachdem er 2005 von der Zeitschrift Opernwelt mit der Titelrolle von Ferruccio Busonis „Dr. Faust“ zum Sänger des Jahres nominiert worden war, gelang ihm der Durchbruch als Kurwenal in „Tristan und Isolde“ an der Metropolitan Opera New York unter der Leitung von Daniel Barenboim. Für diese Rolle wurde er daraufhin an die Mailänder Scala eingeladen, wo er außerdem die Partie des Gunther in der „Götterdämmerung“ übernahm. Weitere Engagements als Gunther führten ihn an die Berliner Staatsoper, die Royal Albert Hall, die San Francisco Opera und unter Sir Simon Rattle zu den Salzburger Oster-Festspielen.

Einen weiteren großen Erfolg feierte er als Telramund am Royal Opera House Covent Garden, der San Francisco Opera, dem NNT Tokyo und in der Berliner Philharmonie. Als Amfortas und Klingsor war er an den Opernhäusern in Lyon, Frankfurt und an der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Kent Nagano zu Gast. Neben dem Schwerpunkt Wagner ist Gerd Grochowski aber auch ein gefragter Interpret anderer Rollen des dramatischen Fachs. So gab er sein Rollendebüt als Dr. Schön in Bergs „Lulu“ am Teatro Real Madrid, den Prus in Janáčeks „Die Sache Makropulos“ an der San Francisco Opera und der Staatsoper Stuttgart, den Scarpia an der Berliner und der Münchner Staatsoper, sowie den Pizarro an der Berliner Staatsoper, bei den Proms in der Royal Albert Hall und in konzertanter Fassung mit der Dresdner Philharmonie.

Als Schischkoff in Janáčeks „Aus einem Totenhaus“ beeindruckte er in einer Produktion mit Pierre Boulez und Patrice Chéreau bei den Wiener Festwochen, beim Festival Aix en Provence und beim Holland Festival in Amsterdam, wo er außerdem als Orest in der „Elektra“ von Richard Strauss zu hören war.

Zwei weitere Erfolge errang Gerd Grochowski in Barcelona im Palau de la Musica Catalana unter Pinchas Steinberg mit der Rolle des Blaubart in Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ und als Thoas in Glucks „Iphigenie auf Tauris“ am dortigen Gran Teatre del Liceu in einer Inszenierung von Pina Bausch.

Gerd Grochowski ist auch ein gern gesehener Gast auf den internationalen Konzertpodien. So sang er zuletzt unter Charles Dutoit das „War Requiem“ in der Tokyo Radio Hall und das Brahms Requiem in der Dresdener Philharmonie unter der musikalischen Leitung von Rafael Frühbeck im Salzburger Festspielhaus. Mit seiner Interpretation der Baritonpartie aus Zemlinskys „Lyrischer Symphonie“ überzeugte er im Januar 2014 in der Tonhalle Düsseldorf. Bei der deutschen Erstaufführung von Hans Werner Henzes „Der Opfergang“ unter der Leitung von Steven Sloane unterstrich er seine musikalische und sängerische Qualität bei der Interpretation zeitgenössischer Musik.

Mittlerweile sind eine Reihe von Produktionen und Aufführungen mit Gerd Grochowski auch auf CD und DVD erschienen, wie z.B. Orest/Elektra mit Marc Albrecht und dem Nederlands Philharmonic Orchestra, Telramund/Lohengrin mit Marek Janowski und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Schischkoff/Aus einem Totenhaus mit Pierre Boulez in der Inszenierung von Patrice Chéreau, Kurwenal/Tristan mit Daniel Barenboim in der Inszenierung von Patrice Chéreau aus der Mailänder Scala und Gunther/Götterdämmerung mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern.